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Was ist Mobbing?

Was ist Mobbing?

Mobbing ist schon immer ein Thema in der Arbeitswelt. Es ist etwas anderes als die alltäglichen Konflikte und Streitereien. Mobbing geschieht im Arbeitsleben und wird bezeichnet als:

  • eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen,
  • bei der die angegriffene Person unterlegen ist und
  • von einer oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen wird
  • mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes und
  • die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt."

Unsere Arbeitskollegen/Innen können wir uns nicht immer aussuchen. Eine Arbeitsgruppe ist meist eine vom Betrieb zusammengesetzte „Zwangsgemeinschaft“. Es wird nicht unbedingt zusammengearbeitet, weil man sich gerne hat, sondern weil man im Auftrag des Betriebes eine bestimmte Aufgabe zusammen lösen soll. Wer sich in so einer „Zwangsgemeinschaft“ nicht wohl fühlt, kann nicht einfach gehen.

Anders verhält es sich bei freiwilligen Gruppen/Zusammenschlüssen, wie in Vereinen, Clubs etc. Dort kommt Mobbing ganz selten vor, weil sich derjenige, der sich nicht akzeptiert oder wohl fühlt, sich dann einen anderen Verein sucht.

Es gibt die unterlegende Einzelperson und die angreifenden Kollegen oder Vorgesetzten!

In der Regel gehen konfliktbehaftete Kommunikationen oder Streits gegen einen Kollegen meist über einen längeren Zeitraum Wochen oder Monate und damit entsteht ein gewaltiger Druck für die eine Person.

Mobbing kann mehrere Gründe haben!

  • Der Schutz der Gruppe
  • Stressabbau beim Mobber für sich selber
  • Minderwertigkeitsgefühle beim Mobber und damit die Schwäche auf den anderen projiziert gibt ein Machtgefühl

Mobbing ist ein Hilferuf!

Mobbing ist für Unternehmer oder Gruppenleiter, Bereichsleiter, Führungskräfte ein Hinblick auf die Gesamtatmosphäre des Betriebes. Und kann auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter hinweisen.

Phasen eines Mobbing-Prozesses:

1)

  • Zu Anfang steht ein Konflikt (der jedoch nicht in Mobbing enden muss)
  • Gibt es keine einvernehmliche Lösung für den Konflikt kann ein Machtkampf entstehen.
  • Kümmert sich niemand um die Bearbeitung des Konflikts kann Mobbing
  • In der Entwicklung zu Mobbing tritt der ursprüngliche Konflikt in den Hintergrund und aus dem sachlichen Konflikt wird eine persönliche Auseinandersetzung.

2) Der Psychoterror beginnt.

  • Der Betroffene selbst wird zur Zielscheibe. Die Beteiligten versuchen ihm zu schaden. Die Kommunikation wird eingestellt, die Arbeit erschwert, Gerüchte verbreitet.
  • Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, Kontakt zu anderen Menschen in seinem Arbeitsbereich aufzunehmen.
  • Am Ende dieser zweiten Mobbing-Phase sind seine Chancen, allein aus dem Prozess herauszukommen, schon stark gesunken.

3) Erste arbeitsrechtliche Maßnahmen beginnen.

  • Der Mobbing-Betroffene ist zu einem Problemmitarbeiter geworden. : Er ist häufig unkonzentriert, es unterlaufen ihm Fehler und er hat aufgrund der psychosomatischen Beschwerden zu viele Fehltage.
  • Der Vorgesetzte, auch wenn er bislang neutral war, ist nun gezwungen, zu reagieren. Er wird das aufgetretene Fehlverhalten rügen und im Wiederholungsfall auch abmahnen.
  • Der Anlass ist tatsächlich nebensächlich: Dem Vorgesetzten und der Personalabteilung geht es nur darum, in einem "Fall", mit dem sie nicht klarkommen, endlich Fakten zu schaffen, um den Betroffenen loszuwerden.
  • Die vielen Ungerechtigkeiten, die in dieser Mobbing-Phase geschehen, sind so haarsträubend, dass sie fast unglaubwürdig erscheinen. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat, und auch der Umgang zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist vielfältig rechtlich geregelt. Allerdings ist das Rechtssystem ein starres, auf Normen beruhendes System, und für so schwierige und vielschichtige soziale Problemsituationen wie Mobbing ist eine Klärung durch das Arbeitsrecht nicht zu erwarten.

4) Das Arbeitsverhältnis wird zwangsweise beendet.                                      

  • Fortgeschrittene Mobbing-Fälle enden fast immer mit einem Ausschluss aus dem Arbeitsleben.
  • Entweder kündigen die Betroffenen selbst, weil sie es nicht mehr aushalten, oder sie werden vom Arbeitgeber unter einem Vorwand gekündigt.
  • Andere willigen unter dem großen Druck in einen Auflösungsvertrag ein.
  • Ein Teil der Mobbing-Betroffenen leiden unter so starken psychosomatischen Krankheiten, dass sie auf Dauer krankgeschrieben werden und schließlich Erwerbsunfähigkeits-Rente erhalten.
  • Ein Wiedereinstieg in den Beruf ist für fast alle Betroffenen nur sehr schwer möglich, weil sie durch den Mobbing-Prozess so stark körperlich und seelisch geschädigt worden sind, dass sie den Belastungen des Arbeitslebens kaum mehr standhalten

Deswegen ist sehr wichtig schon im Vorfeld bei länger anhaltenden Streits oder Konflikten jemand zu Rate zu ziehen oder sich Hilfe von außen zu holen z.B. über Systemisches Coaching!

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