Was sind Suchtprobleme?

Suchtprobleme sind der schädliche Gebrauch von verschiedenen Substanzen, die zu einer Gesundheitsschädigung führen. Diese können zu körperlichen, sowie psychischen Problemen und Störungen führen. Zum Beispiel können Essattacken als Ersatzbefriedigung für Verlust stehen. Oder sexuelle Betätigung und Befriedigung ist an außergewöhnliche Bedingungen geknüpft. Und die jeweilige sexuelle Ausrichtung hat suchtähnlichen Charakter, ev. mit Verlust der Impulskontrolle. Meisten passieren diese Störungen als Reaktionen auf belastende Ereignisse wie Trauer, Unfälle, emotional belastende Ereignisse. Und enden häufig in einer psychischen oder körperlichen Abhängigkeit, oder in Beidem.

Sucht betrifft viele Menschen in Deutschland. Mit dem Begriff Sucht sind außer Abhängigkeitserkrankungen alle riskanten, missbräuchlichen und abhängigen Verhaltensweisen in Bezug auf Suchtmittel (legale wie illegale) sowie nichtstoffgebundene Verhaltensweisen z. B. wie Glücksspiel und pathologischer Internetgebrauch, ebenfalls gemeint.  Suchtverhalten ist meistens  mit dramatischen, katastrophalen persönlichen Schicksalen verbunden. Sie betrifft das gesamte Umfeld, beteiligte Familienangehörige ebenso wie Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen. Suchten die meistens in einer Abhängigkeit enden sind oft schwere chronische Krankheiten, die zu erheblichen gesundheitlichen Schädigungen und vorzeitiger Sterblichkeit führen können. Mit der systemischen Therapie und IFS-Methode ist es möglich mit der Sucht als einer Teilpersönlichkeit zu arbeiten.

 Es gibt unterschiedlichste Arten von Sucht-Problem-Störungen:

  • Ess-Störungen
  • Sexualstörungen
  • Störungen durch Alkoholmissbrauch
  • Störungen durch psychotrope Substanzen „Drogen und Medikamente“
  • Glück- bzw. Spielsucht
  • Internetsucht

In der IFS-Methode (Innere-Familien-System nach Professor Rudolf Schwartz) werden Suchtprobleme als Persönlichkeitsteile gesehen, die das Individuum schützen. Hierbei handelt es sich um eine wertschätzende, respektvolle von Achtsamkeit geprägte Methode. Es gibt die „Managerteile“ und die sogenannten „Feuerbekämpfer“ die jeweils als Beschützerteile für die jeweilige Person einspringen.

Die „Managerteile“ beschützen uns von Anfang an und wollen nur das Beste für uns, dass es uns gut geht, dass unser Leben im  Alltag  funktioniert. Und gleichzeitig beschützen sie die „Verbannten Teile“, die vermutlich durch eine extreme Situation in der Kindheit entstanden sind und dann verbannt wurden um den damaligen Schmerz nicht noch einmal zu spüren. Und in erster Linie das „Selbst-Ich“ zu beschützen. Oftmals in späteren Jahren oder im erwachsenen Alter werden diese Teile durch irgendeine Situation getriggert und sofort springen die „Beschützerteile“ ein um das Individuum zu schützen, da sie nicht gemerkt haben, das da kein Kind mehr ist, das beschützt werden muss. Manchmal gelingt es dennoch den  „Verbannten Teilen“ eine Lücke zu finden und an die Oberfläche zu kommen, dann treten die „Feuerbekämpfer“  hervor.

Diese versuchen wiederum durch extreme Verhaltensweisen von den erlebten, schrecklichen und schlimmen Gefühlen der Verbannten abzulenken. Dann treten genau diese extremen, impulsiven unkontrollierbaren, oft wütenden Verhaltensweisen zum Vorschein. Die einen Personen betäuben sich mit Alkohol, oder Drogen, die anderen stopfen sich unkontrolliert mit Essen voll, manche sitzen endlos am Computer, andere suchen das Glückspiel oder holen sich im Sex die Ablenkung. Diese extremen Verhaltensweisen äußern sich nicht selten in Gewalt gegen sich selber oder andere.

Diese „Feuerbekämpfer“ tun dies allerdings in der besten Absicht uns (das Selbst-Ich) zu beschützen, dass wir den Schmerz nicht noch einmal spüren müssen. Dieses Verhalten war zu einer bestimmten Zeit sicher sinnvoll, weil es gleichzeitig eine Überlebensstrategie war. Diese „Beschützerteile – die Feuerbekämpfer“ habe noch nicht gemerkt, dass die Person zwischenzeitlich erwachsen ist und sich eventuell selber helfen kann. Wir können in der IFS-Arbeit diesen Teilen wohlwollend und wertschätzend begegnen und Ihnen zu einer Entspannung verhelfen und Ihre Arbeit anerkennen. Dann brauchen die „Feuerbekämpfer“ nicht weiterhin anstrengend verteidigen und beschützen, sondern können ihr Verhalten reflektieren und entspannen. Mit Unterstützung einer IFS-Therapeutin/en können die Teile in einer IFS-Sitzung mit Wertschätzung und Neugierde entspannen und gemeinsam mit dem „Selbst-Ich“ ein anderes, besseres Ziel für sich erreichen. Die Systemische Therapie kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein.