Beratung
Unsicherheit und Ängste

Was ist Unsicherheit und was sind Ängste?

Als Unsicherheit wird ein Mangel an Sicherheit verstanden, das kann sich in Schüchternheit, Vorsicht, nicht trauen, Hemmung, Ängstlichkeit, Blockierung etc. zeigen. Zweifel die uns regelmäßig begleiten und viel am Tun hindern. Es kann auch als mangelndes Selbstbewusstsein bezeichnet werden. Oder auch als eine Art „kleine Angst“.

Ängste sind allgegenwärtig und können täglich vorkommen. Es gibt die Angst vor harmlosen Dingen z.B. schaffe ich den Termin noch, geht der Zug pünktlich etc. aber auch vor Krankheit, vor dem Alleinsein, vor Verlust, Tod etc.

Es wird unterschieden zwischen den kleineren, mittleren, alltäglichen Ängsten, wozu auch die Unsicherheit gehört und den Ängsten die bereits die Form einer Krankheit angenommen haben, wie z.B. die Phobien, Depression.

Menschen die von Krieg und Terrorismus ständig begleitet werden, Angst zu verhungern haben, sind durch ihre Angst sehr oft traumatisiert. Die Angst vor finanzieller Not hält Menschen oft in Alarmbereitschaft. Die Angst im Alter zum Pflegefall zu werden, plagt die Menschen regelmäßig. 

Die Angst bestimmt unser Leben, ob wir sie als Motor mit positiver Energie nutzen oder ängstliche, sorgenvoll ins Leben gehen. Da hängt eben davon ab, wie wir unsere bewussten Ängste einsetzen, bzw. unsere unbewussten Ängste erkennen und annehmen oder verändern.

Es gibt begründete, reale Ängste wie Unfall, Krankheit, Verlust und Gefahren die demnach auch eine Schutzfunktion erfüllen. Und dann gibt es eben die absurden, übertriebenen Ängste was alles passieren könnte, aber keiner letztlich weiß ob diese Gefahren eintreten, wie die Phobien und Panikstörungen. Befürchtungen also! Diese verlieren allerdings den Schutzmechanismus.

Angst gilt als Überlebensmechanismus mit Schutzmechanismus! Aber Angst hemmt und lähmt uns nicht nur, sie kann uns auch zum Höhenflug verhelfen und eine treibende Kraft werden. Vor allem bei perfektionistischen Menschen ist dies der Fall. Angst gibt uns Energie! Siehe unteranderem die vielen Spitzensportler.

Eine der Urängste ist die Angst vor dem Verhungern. Allerdings hat sich bei vielen reichen Menschen diese Urangst schon verselbständigt und sie können ihre Situation nicht mehr richtig einschätzen. Deswegen sind so viele sehr reiche Menschen oft extrem geizig! Auch „Workaholicer“  sind in Wirklichkeit von Angst getrieben. Die Angst vor entstehendem Leerlauf  und damit der Zwang über das eigene Leben nachdenken zu müssen, hält sie auf trab. Angst kann auch als Würze des Lebens gesehen werden, sonst wäre es vielleicht langweilig. Wenn die Angst allerdings so stark ist, dass wir sie nicht mehr alleine bewältigen können, kann es krank machen. Der Übergang von alltäglicher Angst und einer echten Angsterkrankung ist meist fließend. Viele Menschen mit einer ernsthaften Angsterkrankung, wissen es selbst gar nicht und trauen sich darüber auch nicht sprechen. Wobei viele Angsterkrankungen auch mit der systemischen Therapie behandelbar, bzw. begleitend behandelbar sind.

Was ist eine Angststörung?

Angst gehört mit zu den Überlebensmechanismen, die zur emotionalen Grundausstattung des Menschen gehören. Gefühle und dazu zählt ebenfalls die Angst sind Informationen! Die Frage ist nur, können Sie Ihre eigenen Gefühle/Informationen erkennen und wissen Sie um ihre Bedeutung? Ängste kommen in vielen Situationen des täglichen Lebens vor. Dieses Gefühl der Angst kann Sie schützen, aber auch hemmen bzw. blockieren zum Beispiel unsere Atmung. Die Angst zu Versagen oder sich nicht Mit-teilen zu trauen. Deswegen ist es sehr wichtig herauszufinden, wie gehe ich mit dieser Information, dem Gefühl Angst um und wie kann ich es positiv nutzen. Viele Menschen sind oft ängstlich und besorgt, was die täglichen Dinge des Lebens anbelangt. Dinge die in Zukunft sein- oder passieren könnten. Das sind aber vorwiegend Gedanken, die meistens in eine Negativspirale münden, nicht vorhersehbar sind und manchmal in Panikattacken ausarten. Das schlägt vielen Menschen sehr häufig auf den Magen, erzeugt Druck und blockiert das reale Denken, was dann oft zu einem Leiden unter verschiedenen Auswirkungen führt.

Das Hauptmerkmal der Angststörung ist das Erleben intensiver Angst, die wiederkehrend oder anhaltend besteht und häufig in Situationen die keine echte Bedrohung oder Gefahr darstellt, auftritt. Vielfach wird die Angst von den Patienten als unnormal und übertrieben geschildert.

Häufige Aussagen über die Angst:

  • Sie schnürt mir die Kehle zu.
  • Sie sitzt mir im Nacken.
  • Mir stockt der Atem.
  • Mir bleibt die Luft weg.
  • Ich traue mich kaum mehr atmen.
  • Ich hab einen Kloß im Hals

Was bedeutet das? Es besagt, dass die Angst uns hindert, blockiert frei zu sein. Das hat der Volksmund längst erkannt und treffend beschrieben. Jede Angstreaktion führt den Körper in die Kampf-Flucht Bereitschaft und kostet uns daher eine Menge Energien. Das Problematische ist dabei, wenn wir versuchen die Angst zu unterdrücken, verstärkt sie sich und wird schlimmer. Sie hält weiter an und bedroht uns.   

Das Paradoxe an der Angst aber ist: sie bewusst wahrzunehmen, sie zu akzeptieren und mit ihr zu reden z. B.: „ schön, dass du da bist meine Angst, ich weiß du willst mich beschützen, vielen Dank.“ Und schon ist die Situation nicht mehr so schlimm. Sie können dann weiter mit der Angst reden, wie mit einer Persönlichkeit, oder einem Persönlichkeitsteil. Dann wird sich die Angst auch beruhigen. Ähnlich verhält es sich bei Nervosität. – Was heißt das? Sie haben ein Date, oder einen Termin bei Ihrem Chef, Sie halten einen Vortrag vor einer Gruppe, Sie sind sichtlich nervös (oder haben Angst) und versuchen jetzt die Angst zu verbergen, dann passiert vermutlich genau das Gegenteil, die Angst wird noch schlimmer und die Situation verschärft sich für Sie. Gehen Sie aber offensiv mit der Angst um und sprechen es zum Beispiel aus: „ Irgendwie bin ich heute nervös“, oder  „etwas aufgeregt bin ich heute schon“ z.B. so ist die Angst sofort gebannt und es wird Ihnen viel leichter ums Herz. Sie fühlen sich wieder freier. Dadurch fallen Ihnen auch die wichtigen Dinge wieder ein, weil die Blockade, die häufig eben von der Angst ausgelöst wird, sich löst. Solche Situationen hat fast jeder einmal erlebt.

Sie können sich Ihre Angst aber auch zum Freund machen: in die Angst = durch die Angst!

Das heißt: So tun - als ob, bzw. die Flucht bewusst angehen.

Unsere innere Einstellung teilt sich immer mit und macht sich nach außen sichtbar. Aufgeregtheit oder Nervosität ist ein Teil unserer inneren Einstellung und verfärbt sich mit unserem Selbstbild. Tun wir aber so, als seien wir sicher, zumindest kurzzeitig,  wirken wir nach außen eben sicher und die Anderen strahlen uns das Bild des Sicheren (das wir abgeben) wieder zurück. Dadurch werden wir von Minute zu Minute ruhiger und sicherer!